Römerzeit

 

In Vöcklamarkt und Pfaffing belegen Funde aus der Römerzeit die Besiedelung durch die Römer. Fornach dürfte zwar auch von Römern besiedelt gewesen sein (im Bereich Walligen/Adligen/Saxigen) jedoch gibt es keine Funde, die diese These belegen.
Zu den wohl bekanntesten Funden zählt der römische Meilenstein von Mösendorf, eine Grabtafel des Lucius Terentius und ein römischer Hausaltar. Alle Funde stammen von drei unterschiedlichen Plätzen.

 
Römischer Meilenstein:Meilenstein 012

Der römische Meilenstein wurde am 06.12.1865 in Mösendorf beim dortigen Burgstall von einem Bauern aufgefunden. Der Bauer versuchte mit Hammer und Meißel, ob sich der Stein für einen Futtertrog eignen würde. Nur dem raschen Einschreiten von Kooperator Friedrich Scheibelberger ist es zu verdanken, dass der Meilenstein nicht zerstört wurde. 
Die gut lesbare und übersetzte Inschrift des Kalksteines lautet: Der erlauchte Kaiser L. Septimus Severus Pius Pertinax, Beherrscher der Araber und Parther, der großmächtige Herr und oberste Priester, neunmal durch die tribuzinische Gewalt, zwölfmal durch das Imperium, zweimal durch das Konsulat ausgezeichnet, Prokonsul, und sein erlauchter Mitkaiser M. Aurellius Antoninus Pius, viermal durch die tribuzinische Gewalt ausgezeichnet, Prokonsul und P. Septimus Geta Pius, der edle kaiserliche Prinz, haben im Laufe der Zeit verfallene Meilensteine durch neue ersetzt. Die Durchführung überwachte der kaiserliche Statthalter M. Juventius Proculus. Entfernung von Salzburg 31 Meilen.
Heute steht der Meilenstein in Vöcklamarkt direkt vor der Pfarrkirche Vöcklamarkt.

 

Grabtafel des Lucius Terentius: Romerstein3

Im Jahre 1860 wurde in Vöcklamarkt ein weiteres bedeutsames Fundstück aus der Römerzeit geborgen. In einer Sandgrube in Mörasing, nächst dem Zusammenfluß der Berghamer Redl und der Vöckla, wurde offenbar eine Begräbnisstätte angeschnitten. Man fand Urnen und einen schweren Stein aus Marmor in  beachtlicher Größe.
Die originale Inschrift lautet: Lucio Terentio Restituto et Terentio et Quieto Erbonia optata conjugi piissimo et filio faciundum (curavit). Übersezter Text: Erbonia Optata hat ihrem besten Gatten Lucius Terentius Restitius und ihrem Sohn Terentius (dieses Denkmal) setzen lassen.

In der Tat erinnert die Größe von ca 180 cm x 75 cm und einer Dicke von ca 40 cm, mehr an ein Denkmal. Der Erhaltungszustand ist abgesehen davon, dass ca ein Viertel des Steines fehlt, vorzüglich. Man kann noch deutlich die Bearbeitungsspuren des Steinmetz erkennen.
Heute steht der Stein in einem Depot in Leonding und wird in Zukunft wieder beim Schloßmuseum in Linz zu sehen sein. 

 

Ein römischer Hausaltar:


Im November 1933 fand ein Landwirt in Pfaffing auf seinem Acker zusammen mit einigen Kleinfunden (Münze, Eisenspitze, welche leider verschollen sind) "einen roh behauenen, rechteckigen Kalkschieferblock" mit breitem, nach oben abgeschrägtem Sockel und einer Gesamthöhe von 93 cm. Die Sockelfläche beträgt 90 x 60 cm, die Blockfläche 68 x 45 cm. Der Stein trägt leider keinerlei Inschriften und wird aufgrund der Beifunde als römischer Hausaltar gedeutet.
Bei weiteren Untersuchungen des Geländes konnte eine 1/2 m starke Mauer, welche einen mit roten Tonziegeln gepflasterten Raum umgab, ergraben werden. Noch heute werden diese Ziegel im Feld aufgefunden. Einige Stücke davon sind im Museum zu sehen.
Heute steht der römische Hausaltar beim Heimathaus in Vöcklabruck, auf der zur Post zugewandten Hausseite.
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